in touch | Klangwunder HTC One M8

HTCM8_InTouchVom Boom-Sound über die Duo Kamera bis zur sensorgesteuerten Bedienung Touch Motion: Alle Highlights des neuen HTC One.

Exakt 10 Tage nach der »Präsentation des HTC One M8 war es bereits im Handel. Für regulär 679 Euro nicht ganz billig, und mit 160 Gramm auch ganz schön schwer. Damit ist die Negativliste aber auch schon abgehakt. Eins ist klar: Das HTC One M8 gehört wie schon sein Vorgänger zu den Top-Smartphones.

Einige Highlights finden sich hinter den Links im folgenden Kasten. Der ausführliche Testbericht darunter.

Duo Kamera
Fototricks mit Cut & Paste

HTC BoomSound
On the Road
Fitbit
Dot View Cover
Technische Daten

Etwas besonderes ist bereits der Metall-Body, inzwischen ein Markenzeichen des HTC One. Gegenüber dem Vorgänger HTC One M7 hat HTC mit der Optik gespielt, den Rücken mehr gebogen und über die Seiten nun bis nach vorn zum Displayrand gezogen. Dadurch fällt der vorherige seitliche Kunststoffrahmen weg, und die Verjüngung der Seitenpartie vom Rücken zur Front verleiht der Form Dynamik.

Design des HTC One M8

Dynamik: Der runde Rücken mit den sich zum Display hin verjüngenden Seiten-Partien.

Nahezu kantenlos liegt das HTC One regelrecht flauschig in der Hand, und sein stolzes Gewicht von 160 Gramm nimmt man ohne einen direkten Vergleich kaum wahr. Das Problem von Interferenzen, das viele Hersteller von Metall fern hält, hat HTC nach eigener Aussage für die 10 sensiblen Antennen im HTC One im Griff. Im E-Netz zog das HTC allerdings in einem Grenzbereich den Kürzeren, als es im fensterlosen Keller eines mehrstöckigen Bürogebäudes nicht mehr erreichbar war, und das Gespräch auf das unmittelbar daneben liegende iPhone 5s geroutet wurde, das über eine Multi-SIM unter der gleichen Rufnummer noch erreichbar war.

Corning Gorillaglas schützt das 5-Zoll-Display, das mit 1080 auf 1920 Pixeln sehr hoch auflöst. Es ist knackscharf und von allen Seiten gut erkennbar, hat aber einen leichten Grünstich. Im Querformat wird das Full-HD-Display von den »Stereo-Frontlautsprechern flankiert, die unter aktuellen Smartphones zu den Besten gehören. HTC will den Boom-Sound des One M8 gegenüber dem Vorgänger um 25% erhöht haben. Trotz des integrierten Verstärkers kann man mit dem Smartphone natürlich keine Fete beschallen. Aber unter allen Geräten, die ich bislang besessen oder ausprobiert habe, ist das HTC One das einzige, mit dem ich öfter Musik gehört habe, ohne einen externen Lautsprecher zu verbinden.

HTC One M8 mit Boom Sound

HTC One M8 mit Boom Sound

Auch über die  beiliegenden In-Ears mit Flachkabel kommt der Sound gut, sie hätten vielleicht ein paar mehr Bässe vertragen können. Die Player-Software holt bei Bedarf die Songtexte aus dem Netz und streamt, wenn´s dann doch mal für ein paar mehr Leute sein soll, die Musik auch auf DLNA-fähige Endgeräte, ebenso wie Fotos und Videos. Googles Chrome Cast unterstützen auf dem One bislang nur die nativen Googles Apps wie Play Music oder die YouTube-App. Sollte es hierbei zu Rucklern kommen, was im Test nicht der Fall war, dürfte das nicht am HTC One liegen, in dem mit Qualcomms Snapdragon 801 einer der derzeit leistungsfähigsten Prozessoren steckt, wie übrigens auch in Sonys Xperia Z2 und Samsungs Galaxy S5.

Apropos Fernseher: Die mitgelieferte TV-App ist nicht zu unterschätzen: Wählt man aus den lokalen Programminformationen, die sich die App aus dem Internet lädt, eine Sendung aus, schaltet sie auf Wunsch über den integrierten Infrarot-Sender auch gleich den Fernseher um. Über verschiedene Räume lassen sich parallel mehrere Fernseher und Set-Top-Boxen verwalten, auch Sky oder Telekom Entertain. Hat im Test gut funktioniert und die Zahl der Geräte auf dem Sofa deutlich reduziert.

Für Musik und Medien spendiert HTC übrigens 50 Gigabyte Cloud Speicher bei Google – begrenzt auf zwei Jahre, so dass man nicht längerfristig damit planen sollte. Das HTC One M8 gibt es wahlweise mit 16 oder 32 Gigabyte internem Speicher. Bei den 16 des Testgerätes waren noch 10 Gigabyte frei. Wenn das nicht reicht, kann man nach legen, und zwar mit bis zu 128 Gigabyte auf einer Micro-SD. Die Speicherkarte verschwindet auf einem Träger sauber und von außen nicht sichtbar im Gehäuse. 128 Gigabyte sind eine hohe Hausnummer, nicht nur wenn man bedenkt, dass bei vielen Smartphones das Limit immer noch bei 32 liegt. Alternativ zur Befüllung des HTC Speichers als USB-Laufwerk liefert HTC den HTC Sync-Manager mit. Es mag komfortablere Lösungen geben, aber immerhin kooperiert der Sync-Manager auch mit verbundenen Cloud-Speichern oder dem iPad.

Bis zu 3,5 Megabyte Speicher pro Bild belegen die Bilder der Duo Camera des HTC One. Sie löst zwar mit vier Megapixeln für aktuelle Verhältnisse gering auf. Die so genannte Ultrapixel-Kamera erfasst dafür zusätzliche Informationen zur Entfernung der Objekte im Vorder- und Hintergrund, wodurch sich im Nachgang einiges mit den Bildern anstellen lässt. Mehr Details und ein paar Fotobeispiele zur Duo Camera, der Warmton-LED und dem 5-Megapixel-Weitwinkelobjektiv für Selfies mit der Frontkamera – und was zu sehen gibt es hinter den Links »Zoe und die Duo Kamera und »Cut & Paste auf dem HTC One M8.

Starten lässt sich die Kamera schnell und easy durch den Sensor-gesteuerten Motion Launch, dank dem man das auf dem Tisch liegende Smartphone durch mehrfaches Tippen aufwecken kann oder Anrufe annimmt, indem man es einfach aufnimmt und ans Ohr hält. Die Kamera startet, wenn man sie wie eine Digicam vor sich hält und als Kameraknopf die Lautstärkewippe drückt. Um sie nicht ungewollt zu starten, ist eine genaue Handhabung angesagt; hält man das Smartphone flach vor sich oder im Porträtmodus hochkant, startet die Kamera beim Druck auf die Taste nicht. Das verdeutlicht die präzise Abstimmung der Sensoren.

An die Handhabung gewöhnt man sich aber derart schnell, dass man sie vermisst, wenn sie im Zusammenspiel mit dem optionalen Dot-View-Cover nicht funktioniert: Zwar reagiert das HTC One sogar bei geschlossener Frontklappe auf Klopfzeichen und zeigt Uhrzeit und Benachrichtigungen an oder nimmt eingehende Anrufe nach einer Wischbewegung über das Cover entgegen (mehr dazu hinter dem Link zum  »Dot-View-Cover); aber es reagiert nicht auf die Kamerataste, wenn der Deckel zu ist. Mit dem Öffnen der Klappe geht das Display an – das macht das Dot-View-Cover zu einem genialen Case, ist aber hinderlich für den Motion Launch der Kamera, für den es dann nämlich zu spät ist. Was tut man? Ich zumindest habe mich dabei ertappt, dass ich das HTC One nach dem Öffnen der Klappe gleich wieder ausgeschaltet habe, damit sich die Kamera schön über den Motion Launch starten lässt – denn das geht immer noch schneller als die Kamera über das App-Icon zu starten oder gar das Smartphone vorher noch zu entsperren. Eine gute Idee, nicht zu Ende gedacht. Aber das könnten die Sensoren ja noch lernen.

Deren permanente Hab-Acht-Stellung kostet natürlich Energie. Dessen war sich auch HTC bewusst und hat die Sensoren in einer Art Sensor-Hub organisiert: nur ein Sensor wacht permanent und aktiviert die anderen erst bei Bedarf. Darüber hinaus verwendet HTC, wie andere Hersteller auch, Sensoren mit niedrigem Energieverbrauch. Im Test hielt der fest verbaute Akku bei einer mäßig intensiven Nutzung erstaunliche fünf Tage: Chatten, ab und zu Mails checken, öfter mal ein Foto schießen, und vor allem ab und zu Musik hören – aber nicht permanent. „Von allem etwas mehr“ mag die Ausdauer auf drei Tage senken, aber auch das wäre immer noch mehr, als man derzeit über viele andere Smartphones sagen kann. Natürlich gab es auch einen Stresstest, mit Auszeiten im Flugzeug, wobei der Neustart bekanntlich mehr Energie verbraucht als die kurzzeitige Abschaltung spart, häufigerem Mail-Abruf, Ortung und Navigation, vielen Internetrecherchen, dank LTE erfreulich schnell, und sehr vielen Kameraeinsätzen. Um fünf Uhr morgens vom Netz genommen, war der Akku um 22.45 Uhr auf 5% runter. Dann die Rettung: Im „extremen Energiesparmodus“ reduziert das HTC One die Hintergrundprozesse auf das Nötigste und verbraucht fortan etwa ebenso wenig Energie wie die Handys vor der Generation Smartphone.

Extremer Energiesparmodus

Im extremen Energiesparmodus bleibt das HTC One nur mit den Grundfunktionen noch mehrere Stunden erreichbar.

Aus dem sparsamen Bildschirm heraus lassen sich noch einige Grundfunktionen nutzen und E-Mails empfangen, wobei der Hintergrundabruf natürlich deaktiviert bleibt. Man kann den Modus für weitere Fotos oder den Messenger auch immer mal wieder kurzzeitig verlassen. Ergebnis: nach mehr als sieben Stunden war das HTC One immer noch nicht tot. Ein paar Gesprächsminuten hätten die Restladung vermutlich schneller in die Knie gezwungen.

Abschließend noch ein paar Worte zur Bedienoberfläche HTC Sense und dem News-Screen Blinkfeed, die beide nicht neu sind, aber in Version 6 aufgehübscht wurden. Blinkfeed genehmigt sich nach wie vor einen eigenen Homescreen, der aber nicht zwingend die Startseite sein muss und sich auch ganz entfernen lässt. In einem neuen Homescreen kann man auch Blinkfeed jederzeit wieder aktivieren. Mit FourSqare und Fitbit halten zwei externe Dienstleister Einzug. Die Fitbit-App verwendet den integrierten Schrittzähler des HTC One und ist bereits installiert. Ein Vergleich zu Fitbits eigenem Tracker Flex liefert der Beitrag »fitbit | Vergleich HTC One. HTC hat Blinkfeed für Entwickler geöffnet, so dass man zukünftig mit weiteren Anbietern rechnen darf. Updates für Sense und Blinkfeed will HTC künftig über Google´s Play Store verteilen. So sollen in Kürze auch die Modelle HTC One (M7), One mini und One max Sense 6.0 herunter laden können.

Was wird mir am meisten fehlen, wenn ich den Test des HTC One beende? Eindeutig die Lautsprecher, ohne die ich von dann an wieder diverse externe Lautsprecher bemühen werde. Und dann noch eine Kleinigkeit, ein kleines Detail, das ich schlicht vermissen werde: unterhalb der Tastatur, die sowohl Tippen als auch Streichen akzeptiert, lassen sich vier Pfeiltasten einblenden. Kleine Sache, großer Effekt: Wie häufig vertippt man sich in der einen Sekunde, und braucht mindestens die nächsten 10, um die Schreibmarke mit dem Finger an die richtige Stelle zu setzen? Mit den Pfeiltasten geht das nicht nur schneller, sondern auch entspannter. Der Swype-Effekt und die Pfeiltasten sind übrigens bei Auslieferung noch nicht aktiviert und finden sich in den Einstellungen zur Tastatur.

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