SAR-Wert (-voll oder -los)

Um es gleich vorweg zunehmen: dieser Artikel kann Spurenelemente von Sarkasmus und/oder Polemik enthalten.

Wie immer nähere ich mich einem solchen Thema ersteinmal durch Recherche, um zu wissen wovon wir überhaupt reden. Natürlich kennt man den Begriff SAR und weiss prinzipiell worum es geht, aber ich wollte Details. Also erst einmal Google/Wiki, und siehe da: der gesuchte Begriff kommt immerhin bei Google an dritter Stelle, gleich nach den verdienstvollen Kollegen der Hilfsorganisation und Lebensretter von „Search And Rescue“, sowie der Begriffsauflistung von Wikipedia. Hier sind zunächst die Eukaryoten; eine taxonomische Großgruppe; Sar (Assyrien), Herrschertitel, das Wort für ‚ König‘; Sar (Fluss), ein Fluss in Galicien, im Norden Spaniens; O Sar, eine Comcarca in Galicien, usw. aufgeführt, bevor es zur Spezifischen Absorptionsrate (SAR) kommt.

Der SAR-Wert ist also ein sehr technischer Begriff, der kurz gesagt in Bezug auf mobile Endgeräte ein Mass für die Erwärmung von Materialien aufgrund der elektromagnetischen Felder (Funkleistung) angibt. Mit anderen Worten: ihr Ohr wird beim Telefonieren mit dem Handy nicht deshalb warm, weil sie schwitzen, sondern weil ihr Funktelefon ihnen mit den Strahlen langsam aber sicher das Hirn wegbrät. Ich frage mich nur, warum ich beim kabelgebundenen Festnetztelefon den gleichen Effekt bemerke.

Der SAR-Wert wird in Leistung pro Masse (W/kg) angegeben und bewegt sich in verträglichen Werten laut WHO zwischen 0,1 und 2 W/kg. Handys mit dem Umweltengel dürfen maximal 0,6 W/kg haben. Zum Vergleich: ein aktuelles Markengerät aus Cupertino hat derzeit eine SAR von 1,38 W/kg, ein vorheriges Modell „nur“ 0,8. Bei anderen Herstellern sieht es ähnlich aus, auch in der Schwankungsbreite. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, da ich mehrere dieser Geräte also auch unterschiedlicher SARs hatte, ich habe bei allen gleich geschwitzt – kein Unterschied feststellbar. Allerdings ist bei meinem Gewicht der Wert auch verschwindend gering…

SAR ist ein Phänomen. Zu Zeiten des Beginns der Mobilfunkgeräte war dies ein berechtigter Faktor. Ich kann mich entsinnen, Mitte der 90er meinem Chef ein erstes kleines „Handy“ auch für das Auto besorgt zu haben. Damals funkte man mit 8 Watt Sendeleistung und – kein Scherz – bekam den Rat, beim Autofahren wenigstens das Fenster aufzumachen. JA! – damals durfte man noch ohne weiteres im Auto telefonieren. Heute liegt der Standard der Geräte bei 50% (also 1 W/kg) der Minimalvorgaben der WHO (2 W/kg) – wo bitte ist also das Problem? Wissenschaftlich ist übrigens derzeit in keinster Weise erwiesen, dass diese Erwärmung problematisch ist. Die Angst der Menschen schürt Gerüchte, die stärker sind als Fakten. Dazu gehört auch das Telefonieren an Tankstellen. Wann haben sie die letzte Tankstelle in Rauch aufgehen sehen, verursacht durch ein Handy? Richtig. Früher waren die Geräte mehr aus Metall und man hatte Angst vor dem Funkenflug, wenn das Gerät aus der Hand fallen sollte. Mit Strahlung, Sendeleistung oder Telefonieren hat das nichts zu tun!

Apropos telefonieren: der SAR Wert unserer Handys ist genau dann am geringsten, wenn sie in einem Gebiet mit einer hohen Dichte an Funkmasten (also viel Strahlung) sind. Warum? Weil das Gerät dann aufgrund des hervorragenden Empfangs seine Sendeleistung reduzieren kann. Das macht sich sofort durch einen kühlen Kopf bemerkbar, auch wenn der gesamte Rest von Ihnen quasi in einer Mikrowelle sitzt…

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