merkel-phone für alle? | Samsung legt mit Knox vor, Google zieht nach

Ein Smartphone, oder zwei? Eins für die Arbeit, und eins für privat? Oder das Private auch geschäftlich nutzen und sich dem Kampf um die Trennung von Terminen und Kontakten stellen? Trennen ist schwierig, Vermischen selten gewünscht oder gewollt, und lässt sich dennoch immer schwerer vermeiden. Aber ein Licht am Ende des Tunnels ist sichtbar.

Gemeint ist nicht das Dual-SIM-Smartphone, bei dem sich zwei Rufnummern, privat und geschäftlich, auf dem gleichen Gerät verwenden, und bei manchen Modellen sogar zielgerecht mit Kontakten verknüpfen lassen. Denn in Adressbuch und Kalender fliegen die Einträge trotzdem weiterhin wild durcheinander.

Volks-Merkel-Phone
Nice to have schien vielen das Blackberry 10 mit der echten Trennung zwischen beruflichen und privaten Mails. Auf aktuellen Smartphones und Tablets bietet auch Samsung Abhilfe, die allerdings noch wenig genutzt wird, weil nahezu unbekannt. Vielleicht wirkt auch der Name – „Knox“ – weniger wie ein Hochsicherheitstrakt für Daten, denn als Mauer, die man erstmal überwinden muss.

Dabei schützt Knox im simpelsten Fall schlicht alles, was die Kids, denen man sein Tablet zum Spielen überlässt, nicht zerstören sollen. Oder natürlich die privaten Fotos auf dem geschäftlichen genutzten S5 vor dem Chef – wie umgekehrt die geschäftlichen Mails auf dem eigentlich privaten Smartphone.

Und ja, hier liegt natürlich der vorrangige Sinn der Entwicklung made by Samsung, die Google in Kooperation mit Samsung direkt in Android integrieren wird – das Merkel-Phone für alle.

Konfiguration: Privat oder durch den Arbeitgeber
Bei Knox erstellt man hierfür in der Praxis einen geschützten Container, und verwaltet in diesem separate Mails, Termine und Kontakte. Und Apps. Das führt auf ein und demselben Smatphone zu zwei Szenarien: einem beruflichen und einem privaten, einem mit der Konferenz-App Lync und einem mit Facebook und WhatsApp. The good News: Auf Wunsch kann eine Anrufer-ID auch im normalen Betrieb mit dem geschützten Adressbuch abgeglichen werden.

Auf Wunsch heißt: Wenn der Container nicht durch den Arbeitgeber administriert wird. Hört sich an wie eine Beschneidung der eigenen Rechte auf dem Smartphone, und ist es auch, insbesondere, wenn es sich um Privatbesitz handelt. Löst aber auch ein sicherheitsrelevantes und unter Umständen rechtliches Problem, wenn Mitarbeiter ihr privates Smartphone in Kenntnis von IP-Adressen und Passwörtern mit dem Unternehmen vernetzen, möglicherweise unerlaubt. Das Sicherheitsrisiko, das daraus entsteht, ist nicht zu unterschätzen und ruft nicht nur neue IT-Compliences auf den Plan, sondern spiegelt sich natürlich auch in Entwicklungen wie Microsofts Enterprise Mobility Suite.

Warum gibt Samsung die Software aus der Hand?
Nobody knows. But like always there are rumors. Fakt ist, dass sich die bilaterale Nutzung als integraler Bestandteil von Android schneller verbreiten und etablieren wird. Und dass sich Samsung einen Trumpf in der Hand behält; denn die Sicherheitsverwahrung der sensiblen Apps und Daten ist nur ein Aspekt – was aber soll passieren, wenn versucht wird, die Sicherheit zu untergraben, das Smartphone beispielsweise gerootet wird? Je tiefer die Protokollebene, auf der solche Versuche abgefangen werden, umso sicherer der Schutz. Während Google zur Hardware kaum Vorschriften machen wird, setzt Samsung – andere Hersteller können das aber natürlich auch – auf eine Systemarchitektur, die Angriffe, ähnlich wie ein PC mit Trusted-Platform-Modul (TPM), in besonderer Weise erkennen und darauf reagieren kann, vom virtuellen Zerplatzen des Containers bis zur Fernlöschung.

Trennen? Oder verbinden.
Letztlich wird sich bald jedes private Android-Smartphone oder -Tablet ohne Gefahr für die Unternehmenssicherheit einsetzen lassen – Stichwort: BYOD, Bring Your Own Device – und man wird Berufliches von Privatem, oder Privates von ganz Privatem trennen können; wie immer es einem das Leben erleichtert. Nach dem Ergebnis einer Studie, die Samsung in diesem Zusammenhang veröffentlicht hat, findet die Work-Life-Balance womöglich ihren Meister im Work-Life-Blending: Demnach gewinnt nicht derjenige an Ruhe, der alles zu seiner Zeit tut, die Online-Überweisung für den Feierabend plant und das Memorandum bis zum nächsten Arbeitstag im Kopf parkt, sondern der, der alles sofort erledigt, um den Kopf wieder frei zu haben. Die Grafik mit ausgewählten Ergebnissen anbei. Als Anregung für die Überlegung: Welches ist für einen selbst das bessere Rezept gegen Stress, und welches überhaupt machbar: Work-Life-Balance? Oder Work-Life-Blend.

Hired Hacker

Quelle: Samsung

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