Praxistest Huawei Mate S

HuaweiMateSliegendIn diesen Tagen kommt das Mate S als Nachfolger des Huawei Mate 7 in den Handel. Wie die elegante P-Serie des chinesischen Herstellers ist auch das Mate ein Hi-End-Smartphone und sogar besser ausgestattet. Obendrein ist das nur noch wenig größere Huawei Mate S mit nur 7,3 Millimetern fast ebenso flach und mit seinem Aluminiumgehäuse auch optisch eines der Edleren seiner Art.

HuaweiMateSliegendRuecken

Fingerabdrucksensor | Eine der Zusatzfunktionen ist der Fingerabdrucksensor auf der Geräterückseite. Im Mate S entsperrt er nicht nur schneller als noch im Mate 7, sondern kann in Verbindung mit der zugehörigen Software Fingerprint 2.0 noch mehr: Per Tippen auf den Sensor kann man einen Anruf entgegennehmen, durch Wischen mit dem ohnehin meist auf der Rückseite liegenden Zeigefinger blättert man in der Fotogalerie; streicht man dagegen von oben nach unten, öffnen sich die Benachrichtigungen, und durch zweimaliges Tippen auf den Sensor werden sie gelöscht.

Die Verschiebung von Tastatur oder Ziffernfeld (rechts) und die zusätzliche Funktionen, die sich mit dem Zeigefinger auf dem rückseitigen Sensor bedienen lassen, erleichtern die Bedienung mit nur einer Hand.

Mit dem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite lässt sich mehr anstellen als nur das Telefon entsperren (links). Verschiebt man Tastatur oder Ziffernfeld in Richtung Daumen, ist die Bedienung mit nur einer Hand leichter (rechts).

Einhandbedienung | Damit erleichtert Huawei auch die Bedienung des immer noch vergleichsweise großen Smartphones mit dem Daumen der gleichen Hand, die es hält. Obwohl das Mate S mit einem 5,5 Zoll-Display deutlich kleiner ist als noch sein 6 Zoll großer Vorgänger, sind einige der bereits bekannten Hilfen geblieben: so kann man wahlweise nur die Zeichen- und Zifferntastaturen nach links oder rechts verschieben, oder alternativ auch den kompletten Bildschirm verkleinern, um mit dem Daumen die oberen Icons besser zu erreichen.

Touch- und Klopf-Gesten | Vom Huawei P8 hat das Mate S die so genannte Knuckle-Control geerbt. Anders als normale Touch-Gesten werden die Klopf-Gesten durch Antippen des Displays mit dem Fingerknöchel eingeleitet. So ist schnell ein Screenshot erstellt oder ein Ausschnitt daraus in die Zwischenablage kopiert. Einfaches Klopfen, gefolgt von einem gemalten Buchstaben startet veschiedene Apps, während zweimaliges Klopfen mit zwei Fingerknöcheln nachfolgend die Interaktion mit dem Smartphone aufzeichnet – vielleicht für Gamer interessant, funktioniert aber unter Umständen nicht mit allen Spielen.

KnuckleCode

Mit Knuckle-Codes (Klopfgesten) kann man Programme starten oder z.B. den Bildschirm ganz oder einen Ausschnitt daraus speichern.

Viele Bedienhilfen | Darüberhinaus wechselt man – wie bei anderen Huawei-Smartphones auch – mit einem langer Druck auf die Menütaste direkt zur zuletzt geöffneten App, bzw. unkompliziert zwischen zwei geöffneten Apps hin und her; alternativ kann man sie parallel einblenden, sofern sie durch ihre  Entwickler für einen teilbaren Bildschirm vorbereitet wurden. Das Klingeln von Wecker oder Telefon verstummt, wenn man das Smartphone umdreht, ein Anruf wird angenommen oder in der Kontaktliste gestartet, indem man das Mate S ans Ohr hält – und das sogar im geschlossenen Smart-Cover. Auch ein vertrauliches Gespräch kann man auf diese Weise unkompliziert von der Freisprecheinrichtung auf´s Mobiltelefon zurückholen. Nimmt man sich die Zeit, diese und weitere hilfreiche Funktionen auszuprobieren, kann das Mate S einen Pragmatiker regelrecht glücklich machen.

HuaweiMateSliegendDisplay

Flache App-Struktur | Die über Android 5.1.1  gestülpte Oberfläche EMUI 3.1 (für Emotic User Interface) bietet vorinstallierte Themes zur Umgestaltung der Oberfläche und ihrer Icons. Die androidtypische Teilung in zwei Ebenen, eine mit den Homescreens und ausgesuchten Apps und Widgets, und eine mit einer globalen App-Übersicht, setzt Huawei generell nie um. Stattdessen erscheinen alle installierten Apps auf einem der Homescreens und können allenfalls in Ordnern organisiert werden, um bei wachsender App-Anzahl die Übersicht zu bewahren. Im folgenden Zusammenschnitt sind alle auf dem Mate S installierten Apps zu sehen:Auf dem Huawei Mate S installierte Apps

Hochwertige Verarbeitung | Optik und Materialien des Mate S zeugen klar von einem Hi-End-Produkt, auch wenn sich das laut Huawei gegenüber dem Mate 7 stabilere Aluminium-Case ebenso verkratzen lässt wie beim Vorgänger. Zum Verkaufsstart gibt es das rückseitig leicht gebogene Alu-Case in Titanium Grey oder Mystic Champagne – jeweils mit farblich passendem Smart-Cover in der Box. Für 2016 ist auch Rosé-Gold geplant, und ein drucksensibles Display wie beim iPhone 6s. Schon jetzt nimmt das hochauflösende AMOLED-Display zwischen dem jeweils nur 0,6 Millimeter breiten sichtbaren Teil des Seitenrahmens beinahe die ganze Breite ein. Geschützt wird es durch Corning Gorilla Glass 4, das gegenüber Typ 3 neben einem weitreichenden Schutz gegen Verkratzen auch eine höhere Bruchsicherheit aufweist.

StromfresserKleinerer Akku bei geringerem Verbrauch | Gegenüber dem Mate 7 gibt es aber auch Defizite. Zum einen ist der Akku mit 2700 Milliampere deutlich kleiner als der 4100 mAh Akku des Mate 7. Zwar benötigt allein das Display des kleineren Mate S auch weniger Energie. Dennoch hielt es in der Praxis nur selten/bei geringer Nutzung einen vollen zweiten Tag. Letztlich: sobald die Kapazität am Abend unter 50 Prozent fällt, wenn auch, was öfter der Fall war, denkbar knapp, wird man sich keinen weiteren ganzen Tag auf den Akku verlassen wollen. Daher dient der umfangreiche Ressourcenmanager des Mate S, der die im Hintergrund erkannten Stromfresser auf Knopfdruck aus dem Speicher fegt, auch eher einer Gewissensberuhigung. Wie viele Smartphones besitzt natürlich auch das Huawei Mate S einen Ultra-Energiesparmodus, indem fast alle Hintergrund-Apps ruhen. Das bringt bei 7 % Rest-Akku noch gute eineinhalb Tage.

Die Antennenaussparungen im gebogenen Aluminium-Case sind farblich harmonisiert

Rückbau beim Funk | Im WLAN ist der Empfang auch in grenzwertiger Entfernung noch gut. Allerdings unterstützt das Mate S nur 2,4 Gigahertz und nicht mehr, wie das Mate 7 auch 5 Gigahertz. Durch ein Downgrade von LTE CAT6 beim Mate 7 auf CAT4 beim Mate S wurde auch die maximal mögliche Download-Geschwindigkeit im LTE-Netz von 300 auf 150 Megabit pro Sekunde gesenkt. Die Zahlen beschreiben allerdings jeweils das Optimum und werden derzeit ohnehin noch kaum von einem Anbieter realisiert. Gut gelungen ist Huawei die farbliche Integration der bei Metallgehäusen nötigen Unterbrechung für die Antennen.

Flottes Arbeitstempo | Beim Einschalten oder wenn man den Flugmodus beendet, verbindet sich das Mate S ausgesprochen schnell mit den Funknetzen – natürlich auch in Abhängigkeit der jeweiligen Umgebungsbedingungen. Positiv auf die Gesamtgeschwindigkeit wirken sich auch 3 Gigabyte Arbeitsspeicher aus. Und 32 Gigabyte Datenspeicher (davon knapp 24 frei), die man per Micro-SD um bis zu 128 Gigabyte aufstocken kann, sind ebenfalls ein Wort.

13-Megapixel Hauptkamera | Beide Kameras des Huawei Mate S sind auf einem hohen Entwicklungsstand. Bei der Hauptkamera

Camera Pro

Im Pro-Modus der Hauptkamera kann man u. a. ISO und Belichtungszeit vorwählen.

  • verringert ein optischer Bildstabilisator die Verwacklungsgefahr.
  • Der vom P8 bekannte Profimodus ermöglicht die manuelle Vorwahl von ISO, Belichtungszeit, Weißabgleich und Fokus sowie eine Belichtungskorrektur.
    • Im Regisseurmodus kann sich nun auch das Mate S mit bis zu drei weiteren Androiden verbinden, und deren Live-Bild in einem einzigen Video zusammenfügen
      • Ebenfalls an Bord: reizvolle Spielereien wie die Lichtmalerei bei anhaltend geöffneter Blende. Hier profiliert sich, wie generell bei schwachem Licht, ein RGBW-Sensor mit dedizierten Weisspixeln zusätzlich zum RGB Spektrum.
  • Drücken, Hinhalten, Schnappschuss – möglich durch einen Ultraschnappschuss-Modus für die Lautstärketaste
    • Der Smartphone-Blitz besitzt, wie bei guten Smartphones mittlerweile üblich, zwei LEDs mit unterschiedlicher Farbtemperatur, um insbesondere Hauttöne sanfter ablichten zukönnen
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Mit der manuellen Verschlusszeit lassen sich nette Effekte erzielen

SelfieCam

Einstellungen für die Selfie-Cam

8 Megapixel-Selfie-Cam | Als eines unter bislang nur wenigen besitzt das Mate S auch eine Front-LED. Zudem retuschiert der Algorithmus „Perfektes Selfie“ Hautunebenheiten weg. Der angewendete Filter lässt sich vor dem Auslösen abmildern oder verstärken. Last but not least verschafft ein regulierbarer Selfie-Timer nach dem Auslösen genügend Zeit, um sich optimal ins Bild zu setzen.

Und kostet? | Es gibt sie, die hochwertigen Smartphones für vergleichsweise wenig Geld, und die von Huawei zählten einst dazu. „Günstig“ kann man bei einer UVP von 649 Euro sicher nicht mehr sagen, „preiswert“ geht im ursprünglichen Sinne für das hochwertige Smartphone in Ordnung, insbesondere, wenn man seine vielen besonderen Funktionen zu nutzen gedenkt. Bleibt außerdem noch das Bonbon, das Huawei in Form eines Smart-Covers und hochwertiger Stereokopfhörer in die luxuriöse Schachtel mit rein legt.

Noch was zu Smart-Cover und den Lautsprechern

Lautsprecher | Der erste Eindruck war noch durchwachsen: schon bei mittlerer Lautstärke schien der zweigeteilte Monolautsprecher zu übersteuern. Auf eine Tischplatte entpuppt sich das Mate S dann als kräftige Musikquelle, die durchaus einen kleinen Raum mit beiläufiger Musik beschallen kann, ohne die Ohren zu beleidigen. Derer gibt es unter den Smatphones bislang noch wenige.

Smart-Cover | Das mitgelieferte farblich passende Smart-Cover lässt zum einen die Lautsprecheröffnungen frei und steigert die praktikable Handhabung um ein weiteres: Wenn aktiviert ist, dass ein Anuf bei Aufnahme und Ans-Ohr-Halten des Mate S angenommen wird, dann funktioniert das auch im Smart-Cover. Man muss es hierfür nichteinmal öffnen und kann durch das geschlossene Cover hindurch telefonieren. Bei aktivierter Option ‚Smart-Cover‘ wird der Anrufer in dem kleinen Fenster angezeigt, das sonst auf Knopfdurck Datum und Uhrzeit zeigt. Mit dem Öffnen des Smart-Covers wird das Mate S auch direkt aktiviert und bei Schließen gesperrt.

HuaweiMateS-Box

Produktseite des Huawei-Vertriebspartners

Technische Daten nach Herstellerangaben

System
Prozessor Kirin 935 Octa-Core
Taktfrequenz 4 x 2,2 GHz, 4 x 1,5 GHz
Betriebssystem Android 5.1.1 mit EMUI 3.1
Speicher
RAM 3 GB
Intern 32 GB eMMC
Extern microSD, bis zu 128 GB
Display
Größe 13,97 cm (5,5”)
Auflösung 1920 x 1080 px Full HD Amoled
Kamera
Hauptkamera 13 Megapixel, Blende f 2,0, optische Bildstabilisierung, RGBW, Professional Modus, Dual Tone LED Blitz
Frontkamera 8 Megapixel, Fixfokus, BSI Sensor, f 2,4, mit LED Blitz
Audio Hi6402 Audio Chip, Leistungsfähiger Verstärker
Bedienung
Fingerprint 2.0 Mit Fingertipp entsperren, Anrufe annehmen, Alarm stoppen, Nachrichten lesen, Objektivverschluss bedienen, Fotos durchblättern
Knuckle Screenshots und Screencasts aufnehmen, zwischen Apps wechseln
Akku und Betriebszeiten
Akku 2700 mAh
Standby 2G bis zu 353 h
3G bis zu 380 h
4G bis zu 327 h
Sprechzeit 2G bis zu 19 h
3G bis zu 13 h
Funk
4G LTE Cat 4
FDD: B1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/28
TDD: B40
3G B1/2/4/5/6/8/19
WLAN 802.11 b/g/n, 2,4 GHz,
WLAN Hotspot, WLAN Direkt, HUAWEI Screen Share
Bluetooth 4.1
NFC Level 2
SIM-Karte Nano SIM
Maße und Gewicht, Lieferumfang
Abmessungen 150 x 75 x 7,2 Millimeter
Gewicht ca. 156 g
Lieferumfang Huawei Mate S, Ladegerät, USB-Kabel, Premium-Kopfhörer, Flip Cover, Schnellstartanleitung, Garantiekarte

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